Arien, Ouvertüren und Bearbeitungen aus Opern und Operetten

Auf den ersten Blick scheinen Opern und Operetten nicht gerade für die Aufnahme auf Phonographenwalzen oder Schellackplatten prädestiniert zu sein. Die Länge jeder Oper liegt weit über den wenigen Spielminuten der damaligen Tonträger. Zudem war es mit den Mitteln der akustisch-mechanischen Schallaufzeichnung noch völlig unmöglich, die Klangfülle und Dynamik der Opernmusik und den Effekt guter Gesangsstimmen auch nur annähernd naturgetreu zu erfassen und wiederzugeben. Trotz dieser Hindernisse gehören Teile von Opern zu dem Frühesten, was es als Tonaufnahmen gibt. Denn die Gattung der Oper war um 1900 noch außerordentlich lebendig und produktiv, und so war es von großem Reiz, die bis dahin einem wohlhabenden und gebildeten Publikum exklusiv vorbehaltene Opernmusik durch das Verbreiten von Tonaufnahmen zu popularisieren und damit Geld zu verdienen. Wie ab 1902 das Beispiel Enrico Carusos in besonderem Maß zeigen sollte, trug das Angebot guter Opernaufnahmen auch entscheidend dazu bei, das Ansehen der jungen Phonoindustrie und damit auch die Verkaufszahlen von Geräten und Aufnahmen zu steigern. Medienbedingt musste die Musik zum Zweck der Aufnahme in aller Regel deutlich gekürzt, beschleunigt, vereinfacht und umarrangiert werden. Aufgenommen wurden meist einzelne Arien, Auszüge mit den wichtigsten musikalischen Themen und Opernphantasien.

Die Firma des französischen Uhrmachers Henri Lioret hatte schon im Jahr 1895 ein kleines Opernrepertoire auf Celluloidwalzen im Programm, das zügig erweitert wurde. Damit war Lioret nicht nur ein Pionier auf den technischen Gebieten der Verwendung von Celluloid und der galvanischen Vervielfältigung von Walzen. Ihm kommt auch das Verdienst zu, sich als erster konsequent und energisch um den Aufbau eines Repertoires von Opernaufnahmen bemüht zu haben. Die von seiner Firma produzierten Opern- oder Operettenaufnahmen sind bis 1898/99 zumeist ohne Instrumentalbegleitung gesungene, gekürzte oder auf mehrere Walzen aufgeteilte Arien oder Bläserarrangements ohne Gesang. Etwa ab 1898 wurde ein Teil der unbegleiteten Gesangsversionen durch solche mit Begleitung durch kleine Blasorchester ersetzt. Viele der schon früher angebotenen Titel wurden auf dem länger spielenden Eurêka-Zylinderformat noch einmal neu aufgenommen. Bereits im Jahr 1900 allerdings endete bei Lioret die Herstellung der Celluloidwalzen.

Wenn auch das Hören vor allem der älteren von Lioret produzierten Aufnahmen zumeist kein großer Genuss ist, so sind sie doch von ganz herausragender musikhistorischer Bedeutung. Denn bei manchen handelt es sich um die älteste Aufnahme der betreffenden Arie, Ouvertüre oder Opernfantasie überhaupt oder zumindest um eine der ältesten Aufnahmen davon. Wir hören mit diesen Exemplaren noch Interpretationen des 19. Jahrhunderts. Wegen der geringen von den einzelnen Einspielungen hergestellten Stückzahlen kann es leicht sein, dass eine vorliegende Lioret-Walze die einzig übrig gebliebene ihrer Art ist. Die bis zu vier Minuten lang spielenden Eurêka-Walzen boten zudem als ältestes Format die Möglichkeit, zumindest kürzere Arien und andere kurze Musikstücke in voller Länge und ohne Beschleunigung aufzunehmen.

Neben Lioret produzierten auch andere französische Phonofirmen, allen voran Pathé-Frères, ab 1896 in beträchtlichem Maß Walzen mit Opernarien. Der schnell wachsende Umfang des Pathéschen Opernrepertoires, die pro Aufnahme erreichten Stückzahlen und deren künstlerische Qualität stellten die Produktion Liorets schon nach wenigen Jahren in den Schatten. Noch vor der Jahrhundertwende folgten weitere Hersteller von Walzen mit Opernmusik auf dem europäischen Festland. Die amerikanischen Marktführer Columbia und Edison und die britische Edison-Bell Company hingegen blieben bis nach 1902 in der Opernsparte noch ziemlich zurückhaltend. Sie wurden erst durch die konkurrierenden Schallplattenhersteller Gramophone & Typewriter Company und Victor Talking Machine Company zur Ausweitung ihres Opernprogramms animiert. Hinsichtlich des Produktionsumfangs und der künstlerischen Qualität erreichten sie zu keinem Zeitpunkt das Niveau der auf Platten aufgenommenen Operntitel. In der Konkurrenzsituation zwischen Walze und Platte spielten die Pathé Frères eine Sonderrolle, denn ihnen gelang eine nahtlose Überführung des gesamten Walzenrepertoires auf die Schallplatte. In der Übergangsphase zwischen 1905 und 1908 wurden viele ältere Titel und alle Neuaufnahmen als Kopien von großformatigen Masterwalzen gleichzeitig auf Walzen (in mehreren Größen) und auf Platten veröffentlicht.

Bei den auf Weichwachswalzen aufgenommenen Arien wurde der Gesang zunächst in aller Regel mit dem Klavier begleitet. Für ständig zu wiederholende Aufnahmen war das die kostengünstigste Instrumentalbegleitung. Auch waren die richtige Lautstärke des Klaviers gegenüber dem Gesang und eine entsprechende räumliche Aufstellung leichter zu finden als eine ausgewogene Aufstellung mit mehreren Blasinstrumenten. Zudem entsprach die Klavierbegleitung der den Sängerinnen und Sängern vertrauten Situation des täglichen häuslichen Übens und Einstudierens ihrer Gesangspartien. Erst nach Einführung des Gussverfahrens zur Massenherstellung von Walzen um 1902/03 verschwand die Klavierbegleitung zugunsten kleiner Bläserbesetzungen, denen noch etwas später kleine Orchester mit Bläsern und Streichern folgten. Damit näherten sich die aufgenommenen Arien – bei allen klanglichen Beschränkungen – etwas mehr dem Klang einer Opernaufführung an. Der von Lioret begonnenen und von den übrigen Walzenherstellern schnell übernommenen Praxis der Gesangsaufnahme mit Orchesterbegleitung folgten die großen Schallplattenhersteller erst um 1905.

Unbekannte Sängerin: Madame Angot (Charles Lecoq), J’étais restée à trois ans orpheline. Sopran ohne Begleitung. Lioret No. 2, 1895.
Unbekannter Sänger: Les noces de Jeannette (Victor Massé), Margot, lève ton sabot. Tenor ohne Begleitung Lioret No. 2, 1895.
Unbekannter Sänger: Mireille (Charles Gounod), La brise est douce et parfumée. Bariton ohne Begleitung. Lioret No. 2, 210, 1896.
Lioret Lioretgraph Celluloid Phonograph Oper
Unbekannter Sänger: Les Cloches de Corneville (Robert Planquette), Vas petite mousse. Tenor ohne Begleitung. Lioret No. 2, 321, 1896.
Lioret Lioretgraph No. 2 Walze Phonograph Celluloid Oper
Unbekannter Sänger: Les Cloches de Corneville (Robert Planquette), Je regardais en l’air. Tenor ohne Begleitung. Lioret No. 2, 322, 1896.
Unbekannte Sänger: Les deux aveugles (Jacques Offenbach), La lune brille. Tenor-Duett ohne Begleitung. Lioret No. 2, 325, 1896.
Unbekannte Sängerin: Carmen (George Bizet), L’amour est enfant de la Bohème. Sopran ohne Begleitung. Lioret No. 2, 2213, 1897.
Unbekannte Sängerin: Les noces de Jeannette (Victor Massé), Cours mon aiguille. Sopran ohne Begleitung. Lioret No. 3, Kat.-Nr. 2328, 1897.
Unbekannter Sänger: Les Huguenots (Giacomo Meyerbeer), En m’écoutant. Tenor ohne Begleitung. Lioret No. 3, 2079, 1897.
Unbekannter Sänger: La Juive (Fromental Halévy), Rachel, quand du Seigneur. Tenor ohne Begleitung. Lioret No. 3, 2063, 1897.
Unbekannter Sänger: Le Trouvère (Giuseppe Verdi), Dieu, que ma voix implore. Tenor ohne Begleitung. Lioret No. 3, 2090, 1897.
Unbekannter Sänger: Faust (Charles Gounod), À moi les plaisirs. Tenor ohne Begleitung. Lioret No. 3, 2025, 1897.
Unbekannter Sänger: Mignon (Ambroise Thomas), Elle ne croyait pas. Tenor ohne Begleitung. Lioret No. 3, 2300, 1897.
Unbekannter Sänger: Le Châlet (Adolphe Adam), Dans le service de l’Autriche. Bariton ohne Begleitung Lioret No. 3, um 1898.
Unbekannter Sänger: L’Africaine (Giacomo Meyerbeer), Fille des Rois. Bariton ohne Begleitung Lioret No. 3, um 1898.
Unbekannte Bläsergruppe: Faust (Charles Gounod), Choeur des soldats. Lioret No. 3, um 1898.
Jeanne Marignan: Galathée (Victor Massé), Air de la coupe. Sopran mit Klavierbegleitung. Pathé-Weichwachswalze, um 1898.
Unbekannter Sänger, verm. Alexis Boyer: Les cloches de Corneville (Robert Planquette), J’ai fait trois fois le tour du monde. Bariton mit Klavierbegleitung. Pathé Weichwachswalze, um 1898.
Garde républicaine: Boccace (Franz von Suppé), Marsch. Pathé Weichwachswalze, um 1898.

Die starken Gleichlaufschwankungen, vielleicht auch die schlechte Klangqualität, sind die Folgen eines unsachgemäß ausgeführten pantographischen Kopiervorgangs.
Unbekannte Bläsergruppe: Rigoletto Fantaisie (nach Giuseppe Verdi). Lioret No. 4 „Eurêka, um 1898/99.

Die Walze stammt aus einer in den 1980er Jahren entdeckten alten Sammlung von rund 300 „Eurêka“-Zylindern, zu der ein nummeriertes Verzeichnis gehörte. Die meisten Exemplare sind mit einer zugehörigen handschriftlichen Nummer auf dem Deckel bezeichnet. Bei manchen Dosen ist der Name des Komponisten und / oder (vermuteten) Interpreten am oberen Rand vermerkt. Hier ist die Dose nicht mit abgebildet, weil sie nicht zur Walze gehört.
Unbekannte Sänger: Amour médecin (Ferdinand Poise), À la fenêtre; Si tu savais, Catherine. Tenor und Bariton ohne Begleitung nacheinander. Die Ansage zu Beginn kündigt beide Titel an.

Die Walze stammt aus einer in den 1980er Jahren entdeckten alten Sammlung von rund 300 „Eurêka“-Zylindern, zu der ein nummeriertes Verzeichnis gehörte. Die meisten Exemplare sind mit einer zugehörigen handschriftlichen Nummer auf dem Deckel bezeichnet. Bei manchen Dosen ist der Name des Komponisten und / oder (vermuteten) Interpreten am oberen Rand vermerkt.

Einige der frühesten No. 4- „Eurêka-Walzen von Henri Lioret sind aus zwei getrennten, auf ein gemeinsames Rohr aufgezogenen Aufnahmen im No. 3- Format zusammengesetzt. Bei diesem Exemplar dagegen besteht die Celluloidröhre aus einem Stück mit durchgehender Tonspur. Jedoch sind auf dieser zwei von unterschiedlichen Sängern gesungene Arien zu hören. Die von Lioret mit sehr wenigen Aufnahmen begonnene Praxis der Kombination zweier Titel auf einer Walze wurde um 1910 von den amerikanischen 4-min-Walzen-Herstellern US-Everlasting und Indestructible fortgesetzt.
Unbekannte Bläsergruppe: Le Barbier de Séville (Giacchino Rossini), Fanfare Cavatine. Lioret No. 4 „Eurêka, um 1898/99.

Die Walze ist Teil einer Gruppe zusammengehöriger „Eurêka”- Walzen italienischer Herkunft.
Unbekannte Bläsergruppe: Aida (Giuseppe Verdi), Marche des Trompettes (Triumphmarsch). Lioret No. 4 „Eurêka, um 1898/99.

Die Walze ist Teil einer Gruppe zusammengehöriger „Eurêka”- Walzen italienischer Herkunft.
Lioret Lioretgraph No. 4 Eureka Celluloid Phonograph Oper
Unbekannte Bläsergruppe: Polka sur Rigoletto (Giuseppe Verdi). Lioret No. 4 „Eurêka, um 1898/99.

Die Walze ist Teil einer Gruppe zusammengehöriger „Eurêka”- Walzen italienischer Herkunft.
Unbekannte Bläsergruppe: Faust (Charles Gounod), Choeur des soldats. Lioret No. 4 „Eurêka, um 1898/99.

Die Walze ist Teil einer Gruppe zusammengehöriger „Eurêka”- Walzen italienischer Herkunft.
Unbekannter Sänger: Otello (Giuseppe Verdi), Entrée du ténor / Hymne du guerrier. Tenor mit Bläserbegleitung. Lioret No. 4 „Eurêka, um 1898/99.

Die Walze ist Teil einer Gruppe zusammengehöriger „Eurêka”- Walzen italienischer Herkunft.
Unbekannter Sänger: Hérodiade (Jules Massenet), Vision fugitive. Bariton mit Bläserbegleitung. Lioret No. 4 „Eurêka 102, 1898/99.

Die Walze stammt aus einer in den 1980er Jahren entdeckten alten Sammlung von rund 300 „Eurêka“-Zylindern, zu der ein nummeriertes Verzeichnis gehörte. Die meisten Exemplare sind mit einer zugehörigen handschriftlichen Nummer auf dem Deckel bezeichnet. Bei manchen Dosen ist der Name des Komponisten und / oder (vermuteten) Interpreten am oberen Rand vermerkt.
Emmanuel Lafarge (?): Martha (Friedrich von Flotow), Lorsqu’à mes yeux. Tenor mit Bläserbegleitung. Lioret No. 4 „Eurêka, No. 186, 1899.

Die Walze stammt aus einer in den 1980er Jahren entdeckten alten Sammlung von rund 300 „Eurêka“-Zylindern, zu der ein nummeriertes Verzeichnis gehörte. Die meisten Exemplare sind mit einer zugehörigen handschriftlichen Nummer auf dem Deckel bezeichnet. Bei manchen Dosen ist der Name des Komponisten und / oder (vermuteten) Interpreten am oberen Rand vermerkt.

Rille und Musik enden genau am Ende der Walze.
André Maréchal: La gran via (Federico Chueca, Joaquin Valverde), valse du rastaquoère. Bariton mit Klavierbegleitung. Pathé- (?) Weichwachswalze 744, um 1899.
Emmanuel Lafarge (?): Le Postillon de Longjumeau (Adolphe Adam), Ronde du Postillon. Tenor mit Bläserbegleitung. Lioret No. 4 „Eurêka”, No. 466, 1899.

Die Walze stammt aus einer in den 1980er Jahren entdeckten alten Sammlung von rund 300 „Eurêka“-Zylindern, zu der ein nummeriertes Verzeichnis gehörte. Die meisten Exemplare sind mit einer zugehörigen handschriftlichen Nummer auf dem Deckel bezeichnet. Bei manchen Dosen ist der Name des Komponisten und / oder (vermuteten) Interpreten am oberen Rand vermerkt.
Emmanuel Lafarge (?): Jerusalem (Giuseppe Verdi), Je veux encore te voir. Tenor ohne Begleitung. Lioret No. 4, „Eurêka166, 1899.

Die Walze stammt aus einer in den 1980er Jahren entdeckten alten Sammlung von rund 300 „Eurêka“-Zylindern, zu der ein nummeriertes Verzeichnis gehörte. Die meisten Exemplare sind mit einer zugehörigen handschriftlichen Nummer auf dem Deckel bezeichnet. Bei manchen Dosen ist der Name des Komponisten und / oder (vermuteten) Interpreten am oberen Rand vermerkt.

Eine Besonderheit dieses Exemplars ist die innere Armierung aus dem damals neuartigen Werkstoff Aluminium.
Unbekannter Sänger: La Muette de Portici (Daniel François Esprit Auber), Amis, la matinée est belle. Tenor mit Bläserbegleitung. Lioret No. 3, 190, 1899.

Die Lioret-No. 3-Walzen des Jahres 1899 wurden nicht selten mit den für die „Eurêka”- Walzen vorgesehenen Etiketten No. 4 beklebt.
Unbekannter Sänger: La Muette de Portici (Daniel François-Esprit Auber), Amour sacré. Tenor mit Bläserbegleitung. Lioret No. 3, 192, 1899.

Die Lioret-No. 3-Walzen des Jahres 1899 wurden nicht selten mit den für die „Eurêka”- Walzen vorgesehenen Etiketten No. 4 beklebt.
Unbekannte Bläsergruppe: Ouvertüre zu Dame de Pique (Franz von Suppé). Lioret No. 4 „Eurêka, um 1900.

Die Walze stammt aus einer in den 1980er Jahren entdeckten alten Sammlung von rund 300 „Eurêka“-Zylindern, zu der ein nummeriertes Verzeichnis gehörte. Die meisten Exemplare sind mit einer zugehörigen handschriftlichen Nummer auf dem Deckel bezeichnet. Bei manchen Dosen ist der Name des Komponisten und / oder (vermuteten) Interpreten am oberen Rand vermerkt.
Gilmore’s Band mit Kornett-Solist: Robin Hood (Reginald de Koven) O promise me. Columbia Weichwachs-Walze 1537-1, um 1900/1901.
Charles d’Almaine: Faust-Walzer (Charles Gounod). Violine mit Klavierbegleitung. Edison Gold Moulded Record 7659, 1902.
Premier Régiment des Gardes: La fille de Mme Angot (Charles Lecoq), Pas redoublé. Edison Gusswalze 17041, um 1902.
Maurice Vallade: Lalla Roukh (Félicien David), Ma maîtresse a quitté la tente. Tenor mit Klavierbegleitung. Pathé Gusswalze 693, um 1902.
Gabriel Soulacroix: Les noces de Jeannette (Victor Massé), Enfin me voilà seul. Tenor mit Klavierbegleitung. Pathé-Gusswalze 442, um 1902.
Agustarello Affre: Roméo et Juliet (Charles Gounod), Ah, lève-toi, soleil! Tenor mit Klavierbegleitung. Pathé Inter 3485, um 1903.
Maurice Renaud: Tannhäuser (Richard Wagner), Romance. Bariton mit Klavierbegleitung. Pathé-Gusswalze 3387, 1902/03.

Wie wir kürzlich erfahren haben, ist das Etikett auf dem Deckel eine Fälschung aus jüngerer Zeit und kein originales Händleretikett aus den Jahren um 1900. Wir werden versuchen, es zu entfernen und ersetzen dann das Foto an dieser Stelle durch ein aktuelles.
Alexis Boyer: La Mascotte (Edmond Audran), Les Envoyés du Paradis. Bariton mit Klavierbegleitung. Pathé-Gusswalze 635, um 1903.
Lucien Muratore: Carmen (George Bizet), La fleur que tu m’avais jetée. Tenor mit Orchesterbegleitung. Edison-Gusswalze 17029, um 1904.
Mlle Mathieu: Les Huguenots (Giacomo Meyerbeer) Nobles seigneurs, salut! Sopran mit Orchesterbegleitung. Edison-Gusswalze 17239, 1904.
Edison Concert Band: Rienzi Ouverture (Richard Wagner). Edison Goldguss Walze 9002, 1905.
Edison Concert Band: Oberon Overture (Carl Maria von Weber). Edison Gold Moulded Record 9050, 1905.
Band of the Grenadier Guards: Selection from La Cigale (Edmond Audran). Edison Bell Gold Moulded Record, um 1905.
Edmond Gluck: Aubade du Roi d’Ys (Edouard Lalo). Tenor mit Orchesterbegleitung. Edison Gusswalze 17697, um 1905.
Edison Military Band: Nibelungen March (Richard Wagner / Sonntag). Edison Gold Moulded Record 9297, 1906.

Max Chop verfasste für die „Phonographische Zeitschrift“, 8. Jg. Nr. 7, Berlin, 08.03.1907, S. 223f. unter der Rubrik „Phonokritik“ folgende Rezension: „Sonntags „Nibelungen-Marsch” (15406) bezieht als Themen die geeignetsten Motive aus Richard Wagners „Ring der Nibelungen“ ein, so Donners „Heda! Hedo!“, Siegfrieds lustiges Hornmotiv, die Schwertfanfare, das Fluchtmotiv aus der „Walküre“, die Weise Siegfried des Wälsungensprosses, endlich auch das Walhall- oder Wotan-Thema. Geschickte Arbeit! Man darf über solche humoristische Kombinationen nicht die Nase rümpfen, sie verraten viel Geist und – der Bayreuther Meister hat bei Lebzeiten sich oft herzlich amüsiert, wenn seine Getreuen aus der „Nibelungen“-Kanzlei (Richter, Seidl, Kistler u. a.) sich den Scherz erlaubten, in einer Française oder einem schneidigen Marsche einen Motivstrauß aus Wagners Dramen als Improvisation vorzusetzen.“
Oberfläche einer 2-Minuten-Gusswalze Wachs
Karl Höhne: Der Trompeter von Säckingen (Victor Ernst Nessler), Behüt dich Gott. Kornett mit Orchester. Edison Goldguss Walze 15917, 1908.
Vess L. Ossman: Overture to William Tell (Giacchino Rossini). Banjo mit Orchester. Edison Record 8143, um 1908.

Die Bearbeitung der Ouvertüre einer Grand Opéra des frühen 19. Jahrhunderts als Satz für Banjo und Blasinstrumente ist ein charakteristisches Beispiel für die Eigenwilligkeit, mit der Musik auf die Erfordernisse der phonographischen Aufnahme zugeschnitten wurde.